Erste (Selbst)hilfe im turbulenten Familienalltag

Wie Du geduldig bleibst oder dich schneller wieder beruhigst.

 

Wird es dir manchmal auch zu viel? Einkaufen, Kochen, Putzen, Kind(er) irgendwo hinbringen oder abholen, Kind(er) trösten oder zu Bett bringen und ungefähr 1000 andere Sachen, die nebenbei „einfach so“ erledigt werden. Wenn Du noch dazu beruflich arbeitest, ist das Hochleistung pur.

 

Bei all dem was wir Mütter tagtäglich leisten, geht uns manchmal die Puste weg. Wortwörtlich.
Ich erinnere mich als meine Tochter noch ein Baby war. Es gab Nächte, da habe ich den Schlafzimmerteppich plattgelaufen – hin und zurück, hin und zurück. Singen, Wiegen, Streicheln. Anfangs geduldig, liebe- und verständnisvoll. Aber auch ich bin nur ein Mensch, will selber schlafen und meine Ruhe haben. Sobald die Geduld anfing wie die Luft aus nem Ballon zu entweichen, gingen auch die unkontrollierten Gedanken los: „Schlaf endlich … ich habe doch schon alles versucht … ich bin müde … muss das jetzt sein?!“

 

Ja, diese Gedanken kamen, haben sich in meinem Kopf eingenistet und zogen eine unsichtbare Grenze zwischen mir und meinem weinenden Kind. Hanna spürte meine Unruhe und Ungeduld und wir entfernten uns immer weiter vom Schlaf und Erholung. Und von einander, obwohl sie in meinen Armen lag. Das waren Momente der Verzweiflung. Ich war verunsichert und manchmal stellte ich mich als Mutter in Frage. Sehr kontraproduktiv.
Dass da was schief läuft, wurde mir zum Glück relativ früh genug bewusst und ich fing an, mich selbst zu beobachten – Was passiert mit mir, wenn ich unruhig oder genervt bin? Und welche Folgen hat es?

 

Ich teile jetzt mit dir meine wichtigste Erkenntnis der letzten 2,5 Jahre:

 

Wie Du atmest, bestimmt das Ergebnis.

 

Schüttelst Du gerade mit dem Kopf und denkst dir „So ein Quatsch!“. Oder hast Du was anderes, revolutionäres erwartet? Wenn ja, dann lese weiter. Ich teile mit dir nur mehrfach ausprobierte und wirksame Methoden. Nur das, was wirklich hilft.

 

Sobald ich anfing, mich auf meinen Atem zu konzentrieren, ließ das Kopfkino nach und ich blieb auch im Geist bei meiner Tochter. Hanna spürte es. In meinen Gedanken machte ich ihr keine Vorwürfe mehr, das spürte sie auch. Sobald ich wieder selbst gleichmäßig geatmet habe, hat sich ihr Atemrhythmus an meinen angepasst und sie schlief meistens viel schneller wieder ein.

 

Heute wenn die Hanna hinfällt und weint, nehme ich sie auf den Arm und ATME gleichmässig. Mir ist schon oft genug passiert, dass ich meinen Atem anhielt und sie dann voller Sorge, dass was Schlimmes passiert ist, tröstete.

 

Spürt dein Kind deine Angst? Ja! Hilft es ihm weiter? Nein!

 

Ca. 80 % der Kommunikation ist nonverbal – wir verständigen uns über Gesichtsausdrücke, Gesten, Tonfall, Berührung, Blickkontakt, Geruch, Körperhaltung und -bewegung.

 

Durch deine Atmung kannst Du deine körperlichen bzw. psychischen Befindlichkeiten beeinflussen. Über die Art der Atmung wird der Körper entspannter oder angespannter – oft halten wir unbewusst den Atem an, um unangenehme Gefühle zu unterdrücken oder die Schmerzen zu lindern. Tiefes Durchatmen dagegen führt oft zu Weinen. Weinen wird in unserer Gesellschaft immer noch als Zeichen von Schwäche angesehen. Dabei wirkt es reinigend und entspannend.

 

Ich „übe“ das Atmen schon seit etwa 2 Jahren. Es ist wie Aufbau neuer Muskeln. Anfangs lief ich in einer angespannten Situation die alten Muster durch: Ich habe bewertet, beurteilt oder interpretiert, wurde dadurch schnell unruhig, genervt und reagierte fast sofort auf die Auslöser. Mit der Zeit fällt es mir einfacher, mich daran zu erinnern,
dass ich in jedem Moment meines Lebens die Möglichkeit habe zu wählen, wie ich mich verhalte.

 

Sobald ich mich in einer angespannten Situation auf meinen Atem fokussiere, werde ich ruhiger und gelassener. Mir passieren immer wieder Ausrutscher – ich werde ungeduldig, sauer oder laut. Aber ich weiß, dass das ein Prozess ist und ich die Programmierung der letzten 34 Jahre nicht auf Knopfdruck löschen kann. Ich bleibe also dran. Aus Liebe zu mir selbst, meiner Familie und den Mitmenschen.

 

Liebe Mama, es ist keine Zauberei. Es ist etwas, was Du wahrscheinlich schon mal gehört hast. Jetzt kannst Du hier zu Ende lesen und den Beitrag wieder vergessen. Oder Du erinnerst dich daran genau dann, wenn dir der Atem „stockt“ oder Du kurz vom Ausrasten bist und dann:

 

Mache die Augen zu,
nehme drei tiefe Atemzüge
und spüre wie sich alles entspannt
und Du wieder klar denken
und frei wählen kannst,
was Du als nächstes tust.

 

 

Alles Liebe für dich, Kasia

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